Kirchenfenster in der Auferstehungskirche

Rosette oberhalb des Altars

Die Rosette von Siegfried Assmann – Stationen des Kirchenjahres 

Die Fenster der Rosette erzählen auf wunderbare Weise eine Geschichte. Die Geschichte Jesu, der Frohen Botschaft. Sie bilden dabei einen Kreis, der – wie das Kirchenjahr – deutlich macht, dass diese Geschichte niemals abgeschlossen und beendet sein wird.

Die 12er Zahl der Fenster ist dabei bedeutungsschwer und traditionsreich. Denken wir an die 12 Stämme Israels oder an die 12 Jünger Jesu.

Alles beginnt mit dem Stern von Bethlehem, dem Fenster oben links. Der Stern über der Krippe Bethlehem kündet von dem Wunder, das sich im Stall in Bethlehem ereignet. Er ist wie eine Vorahnung, eine Ankündigung. Ein helles Licht in dunkler Nacht. Der Stern geht vor den drei Weisen aus dem Morgenland her und zeigt ihnen den Weg, bis sie den Stall in Bethlehem erreicht haben.

Direkt oben mittig ist die Krippe zu sehen. Gott wird Mensch im Jesuskind, das auf Heu und Stroh gebettet ist. Die Strahlen über der Krippe lassen dabei die Licht-Metaphorik des Johannesevangeliums erahnen, bei der sich Jesus ausdrücklich als das „Licht der Welt“ bezeichnet (Joh 8,12). Der Dualismus von Licht und Dunkelheit zieht sich dabei durch das ganze Johannesevangelium hindurch.

Drei weitere Fenster erzählen aus dem Leben Jesu (vor seiner Passion): Bei der Taufe Jesu im Jordan durch Johannes den Täufer kommt in dem Augenblick, als Jesus aus dem Wasser auftaucht, der Heilige Geist in Gestalt einer Taube auf Jesus herab. Ab diesem Zeitpunkt ist Jesus „Geistträger“, der Geist Gottes ruht auf ihm. Nach seiner Himmelfahrt wird der Auferstandene eben diesen Geist seinen Jüngern an Pfingsten senden.

Es folgt das erste Wunder Jesu: Als der Wein auf der Hochzeitsfeier zu Kana zur Neige geht, verwandelt Jesus das Wasser in den Krügen in wohlschmeckenden Wein. Im Johannesevangelium werden insgesamt sieben Wunder genannt. Sie alle unterstreichen die Vollmacht Jesu und die Herrlichkeit Gottes.

Der Abendmahlskelch weist auf das Gleichnis vom großen Abendmahl hin, das Jesus den Gästen am Tisch erzählt: Ein Mensch organisiert und plant ein großes Festessen, aber alle, die er eingeladen hat, sagen mit unterschiedlichen Begründungen ab.  Danach schickt er seinen Knecht auf die Straße, damit er alle Armen und Kranken in sein Haus hole. Dieses Gleichnis verdeutlicht die besondere Hinwendung Gottes zu den am Rand stehenden und verlorenen Menschen sowie Ablehnung Gottes durch viele Menschen.

Zugleich weißt der Kelch (vor allem durch das Kreuz auf dem Kelch) aber auch auf den Beginn der Passion Jesu hin, auf das letzte Abendmahl mit seinen Jüngern, in dessen Tradition wir auch heute noch das Abendmahl feiern.

Die folgenden drei Fenster stellen eindrücklich die Passion Jesu dar: 30 Silberlinge verlangt Judas von den Hohenpriestern, damit er Jesus an sie verrät. Ein Kuss ist das Zeichen, durch das Judas ihn im Garten Gethsemane verrät. Die Hohenpriester und Ältesten ergreifen ihn auf dieses Zeichen hin und nehmen ihn gefangen.

Schließlich folgt die Leidenszeit, dargestellt durch eine Geißel. Jesus kommt zunächst vor den Hohen Rat und im Anschluss zu Pontius Pilatus.  Das Volk – angestachelt durch die Hohenpriester – fordert die Hinrichtung Jesu und so lässt Pontius Pilatus im Austausch dafür den Gefangenen Barabbas frei. Jesus wird gegeißelt und verspottet. Sie setzen ihm eine Dornenkrone auf und verhöhnen ihn als den König der Juden.

Ganz unten und genau senkrecht unter der Krippe ist die Kreuzigung Jesu dargestellt. So bilden Jesu Geburt und sein Tod am Kreuz eine Linie und stehen in einer Verbindung zueinander. Jesu Kreuz steht in der Mitte. Zu beiden Seiten werden mit ihm zwei Verbrecher gekreuzigt. Seine Mutter Maria steht bei ihm am Kreuz und ist bis zum Schluss in seiner Nähe. Schließlich verstirbt Jesus. In allen Evangelien werden unterschiedliche letzte Worte Jesu genannt. Sie deuten jeweils auf den Grund-Charakter des Evangeliums und die jeweilige Christologie hin. Im Johannesevangelium verstirbt Jesus mit den Worten „Es ist vollbracht!“. Damit wird die Vollendung des Leidensweges und die gleichzeitige Erhöhung angedeutet, die so charakteristisch für das Johannesevangelium ist. Dagegen schreit Jesus im Markusevangelium am Kreuz die Worte des Psalm 22: „Mein Gott mein Gott, warum hast du mich verlassen?“. Hier ist es vor allem die Menschlichkeit Jesu, die damit hervorgehoben wird.

Aber der Weg Jesu endet nicht am Kreuz. In einem weiteren Fenster wankt das Kreuz bereits und Strahlen symbolisieren das geöffnete und nun leere Grab. Das Leichentuch weht oben am Kreuz. Ein Engel spricht zu den verängstigten Frauen am Grab: „Entsetzt euch nicht! Ihr sucht Jesus von Nazareth, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden, er ist nicht hier. Siehe da die Stätte, wo sie ihn hinlegten.“ Die Auferstehung Jesu übersteigt alle Prinzipien und menschlichen Vorstellungen.

Thomas aber verpasst die Begegnung der Jünger mit dem Auferstandenen und kann es nicht glauben. Wie soll jemand, der tot war, plötzlich wieder lebendig sein? Das übersteigt seinen Horizont. „Wenn ich nicht in seinen Händen die Nägelmale sehe und lege meinen Finger in die Nägelmale und lege meine Hand in seine Seite, kann ich’s nicht glauben.“ Jesus erscheint den Jüngern acht Tage später ein weiteres Mal. Er bietet Thomas an, ihn zu berühren, wenn es das ist, was er für seinen Glauben braucht. In diesem Moment aber kommt Thomas zum Glauben und ruft: „Mein Herr und mein Gott!“

Nach seiner Auferstehung führt Jesus seine Jünger nach Betanien, ein Ort in der Nähe von Jerusalem. Jesus hebt seine Hände und segnet seine Jünger. In diesem Moment fährt er auf gen Himmel. Allein seine Fußabdrücke bleiben von seiner Himmelfahrt zurück, er entschwebt dieser Welt und sitzt nun „zur Rechten Gottes“, wie wir es in jedem Gottesdienst im Glaubensbekenntnis sprechen.

Wie angekündigt schickt der Auferstandene seinen Jüngern an Pfingsten den Geist, der bei seiner Taufe auf ihn gekommen und ihn sein Leben lang begleitet hat. Jesus spricht von dem Geist als von einer „Kraft aus der Höhe“ (Lk 24,49). Der Geist befähigt die Jünger, in unterschiedlichen Sprachen und Zungen zu sprechen. Die erste Gemeinde entsteht und immer mehr Menschen lassen sich taufen. In der Taufe wird dabei die „Gabe des Geistes“ empfangen (Apg. 2,38). Pfingsten ist damit gewissermaßen der Geburtstag der Kirche, der Grundstein des Urchristentums. Von da an beginnt die Geschichte der Kirche, die bis heute von uns Menschen weiter- und fortgeschrieben wird. Der Geist ist immer noch bei uns; wir leben gewissermaßen in einem „Zeitalter des Geistes“.

Die vier Evangelisten

In der Mitte, zwischen den 12 runden Fenstern sind die vier Evangelisten Markus, Matthäus, Lukas und Johannes abgebildet. Der Platz für sie könnte kaum passender sein, sind sie es doch, die von den unterschiedlichen Stationen und Geschichten Jesu (auf je unterschiedliche Weise) berichten. Durch diese Vierzahl ergibt sich eine Vielfalt, die das Christentum im Kern ausmacht.

Die vier Evangelisten sind dabei mit den ihnen zugeschriebenen Symbolen dargestellt: Matthäus als Mensch, Markus als Löwe, Lukas als Stier und Johannes als Adler. Die Abfolge Mensch – Löwe – Stier Adler entspringt dem ersten Kapitel des Propheten Ezechiel im Alten Testament. Sie findet sich ebenfalls in der Offenbarung des Johannes wieder (Offb. 4,7). Diese Zuordnung der Evangelisten zu den vier Symbolen wurde von den Kirchenvätern getroffen und von da an übernommen.

Fazit

So wie wir im Kirchenjahr immer wieder an die Stationen des Lebens Jesu erinnern und die damit verbundenen Feste feiern, so macht diese Rosette deutlich, wie eins ins andere übergeht. Und auch, wo wir uns momentan im Kirchenjahr befinden. Wir feiern und predigen also mit der Rosette, sie begleitet uns durch das Kirchenjahr hindurch.

Durch die senkrechte Linie von Geburt und Tod, Krippe und Kreuz, wird immer wieder ganz deutlich: Gott kommt zu uns Menschen und der Tod hat nicht mehr das letzte Wort.  „Tod, wo ist dein Sieg? Tod, wo ist dein Stachel?“ (1Kor 15,55).

Dr. Anna Cornelius

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